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Der Boden / die Düngung

Willkommen auf Cordata.de, dem Blog rund um grüne Themen!

Vom Mulchen

Zum Mulchen

Jeder Gartenbesitzer versucht - logischerweise - seine Gartenrückstände im Garten zu bewahren, nach Möglichkeit zu kompostieren, um so noch etwas Nützliches aus den Rückständen herauszuholen.
Als das Mulchen in den 60ger Jahren aufkam und auch die Privatgärtner - nach einigem Zögern - merkten, dass das auch etwas für ihre Gärten ist, stürzte sich alle Welt auf das Mulchen.
Bedeutete es doch leere Biotonnen, Entlastung des Komposthaufens und unkrautfreie gemulchte Beete!

Doch nach der ersten Euphoriewelle kamen dann aber doch hier und da Fragen auf, die auch unsere Fachleute nicht immer zur Zufriedenheit beantworten können.
Klagen wurden laut über Schädlinge im Mulch - wie Dickmaulrüssler, Schnecken, Pilze, Bakterien und Viren usw. Doch wie so oft kam es auch hier darauf an - w i e - man mulchte!
Viele breiten den Rasen- und Wildkräuterschnitt, mitsamt dem Samen auf die Beete aus und säen somit regelrecht Unkräuter in ihr Land. Sicherlich wird der Samen nicht optimal keimen, denn er wird ja ständig von neuen Mulchschichten erstickt, was aber wenn auf diesen Flächen später mal empfindlichere Kulturen gezogen werden sollen - z.B. feine Stauden oder Rasen?
Wer richtig mulcht verwendet eine etwa 5 cm dicke - lockere aufgezupfte Schicht Mulch auf seiner Fläche.
Also locker, nicht zu dick, nicht zu matschig, feineres - zerpflücktes Material, optimal angerottet usw!
Am besten - wie gesagt - mit gehäckselten mittelgroben Materialien - die frei von Krankheiten sind, meinetwegen auch mit angedörrten Schnittgut vom Zierrasen. Doch bitte nicht mit Samenunkräutern, die läßt man erstmal auf dem Kompost anrotten! Also bitte aufpassen, dass nicht neuer Schaden durch Aussaat der Unkraut-Samen entsteht. Das kann man verhindern - s.o. , wenn man dieses Schnittgut einer vorherigen Rotte (Kompost) unterzieht.
Es gibt inzwischen auch verschieden Mulchsubstrate zu kaufen und schließlich kann jeder wer will - seinen Kompost verwenden. Beim Kauf sollte man sich ein Zertikat geben lassen !
Und dann noch etwas: Die verschiedenen Mulchsubstrate (Rasenschnittgut z.B.) und Komposte wirken auch wie Dünger und das müssen wir berücksichtigen - angesichts unserer ohnehin schon überdüngten Böden.
Nicht immer ist das, was wir meinen auf biologisch-natürlichen Weg hergestellt und angewendet zu haben, auch gut. Auch solche "natürlich" anmutenden Dinge wie eigene Brühen und Mulchmaterial können zu Schäden im Boden und Bodenwasser führen. Im schlimmsten Fall ist eine Auswaschung von ungenutzten Nährsalzen in die tieferen Bodenschichten möglich! Denn den Mikroorganismen ist es gleich woher die Substanzen und Mineralien kommen. Sie werden von ihnen aufbereitet und pflanzenverfügbar gemacht. Werden sie nicht von Pflanzen aufgenommen oder an/in Bodenkolloiden festgelegt - werden sie ausgewaschen und "verschwinden" im Bodenwasser. Je feiner ein Mulch umso schneller die Zersetzung durch die Bodenlebewesen. Bei diesem (auch düngenden) Prozess wird - aus dem Mulch und den Bodenschichten dicht darunter - Kali und Stickstoff für die Mikroorganismen verbraucht, sodass hier eine gezielte Düngung - trotz allem - erforderlich wird.
Nachdem die Industrie von Anbeginn in dieser Richtung forschend tätig ist, wurde nun auch bestätigt, das gröbere Körnungen von Mulch- / Häckselmaterialien am vorteilhaftesten sind.
Zum Beispiel mulcht man gleichmäßiger und besser mit Material aus unserer Kiefernrinde oder aus französischer Pinienrinde (Mittelmeerkiefer). Dies Material ist sehr harzreich und zersetzt sich erst im Zeitraum von Jahren - wirkt also sehr lange wohltuend auf die Bodenoberfläche. Der hohe Harzgehalt verhindert eine zu schnelle Zersetzung. Wer seinen Gartenwegen ein rustikales Konzept verleihen will, kann auch hier sehr gut grobe Rindenhäcksel nutzen. Das ist nicht nur im Begehen angenehm, sondern diese Flächen bleiben wasserdurchlässig und unkrautfrei, besser auf jeden Fall als manch befestiger Weg.
Auf dem Foto sieht man wie mit groben Materialien - nämlich Stroh - gemulcht wird. Zusätzlich sind die freien Flächen zwischen den Beerenstämmchen mit unkraut- und ungezieferfeindlichen Stauden und Sommerblumen abgepflanzt. Eine gelungene und naturnahe Gartenwirtschaft.




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Veröffentlicht in Der Boden / die Düngung    7. Februar 2010 - 08:23 Uhr
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